Akademische Kunstsammlung

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Inventarnummer:KU000168
Objektbezeichnung:Gemälde
Titel:Gebhardi, Brandanus Heinrich
Sachgruppe:Bildwerke/Angewandte und Bildende Kunst, Glasmalerei - Gemälde, painting
Darstellung/Ikonografie:Mensch - Porträt - halbfiguriges Porträt; Halskrause; Perücke
Technik:Malerei - Ölmalerei
Materialien:Leinwand
Maße:Bildmaße: H: 88 cm, B: 74 cm
dargestellte Personen:Gebhardi, Brandanus Heinrich (1657 - 1729)
Provenienz:Universität Greifswald. Kustodie d-nb.info/gnd/10197505-3
Beschriftungen:BRANDANUS. HENRICUS. GEBHARDI. / THEOL. D. et SUP. GENER./ natus Brunsw. 1657: d. VI. NOV./obiit Gryph. 1729. d. I. Dec. (auf dem Gemälde oben)
Datierung:18. Jahrhundert
Objektbeschreibung:Halbporträt in Amtstracht und Halskrause, Allongeperücke, rechter Arm angewinkelt, linke Hand in einem liegenden Buch blätternd
Objekttexte:Brandanus Heinrich Gebhardi (*6.November 1657, Braunschweig, †1. Dezember 1729, Greifswald) war der Sohn von Andreas Gebhardi, des Pastors der Martinskirche in Braunschweig, und der Rosina Margareta Trost, aus einer Wittenberger Professorenfamilie. Trotz des frühen Todes seines 1669, ließ die Mutter seine Ausbildung fortsetzen. 1676 bezog er die Universität Jena und widmete sich der Philosophie und Theologie bei Valentin Veltheim und Friedemann Bechmann. 1679 kehrte er nach Braunschweig zurück und wurde von Johann Adolf Kielmann von Kielmannseck, dem Holsteiner Hofkanzler, zum Hauslehrer seiner Kinder nach Hamburg berufen. Hier blieb er zwei Jahre. Während dieser Zeit schloss er Freundschaft mit dem Philologen und Theologen Esdra Edzardi, der ihn in seinen hebräischen Studien förderte. Nach dem Ende der Hauslehrerzeit vertiefte er seit 1682 seine Studien bei Ankelmann am Hamburger Gymnasium und erhielt auf Empfehlung von Abraham Hinkelmann durch den Lübecker Magistrat das Stipendium Schabelianum. Nach einem kurzen Aufenthalt in Kiel kehrte er nach Hamburg zurück. Mit seinen lateinischen Dichtungen weckte er die Aufmerksamkeit Herzog Rudolf Augusts von Braunschweig-Lüneburg. Er unterrichtete später am Winckler’schen Konvikt in Hamburg. 1687 erhielt er auf Empfehlung Edzardis eine Professur an der Philosophischen Fakultät in Greifswald. Hier heiratete er Gertrud Hedwig Helwig (†1690), die Tochter des Mediziners Christoph Helwig. 1691 unternahm Gebhardi eine Reise nach Braunschweig und lernte während der Durchreise in Berlin Philipp Jacob Spener kennen, der ihn mit pietistischen Gedanken vertraut machte. Nach seiner Rückkehr bat er an der Theologischen Fakultät lehren zu dürfen. Er vermied aus Dankbarkeit gegen Johann Friedrich Mayer, den Verfechter der Lutherischen Orthodoxie, mit seinen pietistischen Anschauungen hervorzutreten. Erst 1712, nach Mayers Tod, vertrat er offen in Vorlesungen und Schriften pietistischen Gedanken. 1693 heiratete er Margareta Zeidler, die aber, wie seine erste Frau, im Kindbett starb und nahm daraufhin Sophia Schwarz zur Frau. 1699 wurde er zum außerordentlichen Professor an der Theologischen Fakultät ernannt und im gleichen Jahr zum Doktor der Theologie promoviert. 1705 erhielt er das Pastorat an der Jacobikirche und wurde Assessor am königlichen Konsistorium. Während der dänischen Besetzung Vorpommerns im Nordischen Krieg erhielt er vom dänischen König 1714 die Generalsuperintendentur für Rügen und Pommern, die er aber nach dem Friedensschluss mit Schweden zugunsten des lutherisch-orthodoxen A.J. Krakewitz aufgeben musste. Er wurde jedoch anstandshalber durch eine eigens für ihn eingerichtete vierte Professur der Theologie entschädigt. Sein Sohn Brandanus Gebhardi (*1704, †1784) studierte an den Universitäten Greifswald und Jena und war 1733 Diakon in Bergen auf Rügen, 1737 Pastor und Superintendent an der Marienkirche in Stralsund.
Literatur:„Greifswalder Köpfe : Gelehrtenporträts und Lebensbilder des 16. - 18. Jahrhunderts aus der pommerschen Landesuniversität“. Hinstorff, Rostock, 2006., S. 80-81
Kontakt:Kustodie der Universität Greifswald