Gustaf-Dalman-Sammlung

In Greifswald beherbergt die Theologische Fakultät eine europaweit einmalige Sammlung: Das Gustaf-Dalman-Institut dokumentiert die Kulturlandschaft Palästina, wie sie heute nicht mehr erlebbar ist. Schon vor dem Ersten Weltkrieg trug der deutsche Theologe Gustaf Dalman (1855–1941) zusammen, was für ihn das Land der Bibel ausmachte. So verfügt das Institut über Haus- und Ackergeräte, Keramiken, archäologische Kleinfunde, Gesteins- und Pflanzenproben, rund 2.000 Herbar-Blätter, rund 600 Land-, Roll- und Reliefkarten, rund 20.000 historische Fotografien und eine Bibliothek mit rund 5.000 Bänden – darunter seltene Drucke des 16. Jahrhunderts.

Was sonst Ethnologen, Archäologen, Geografen, Theologen, Botaniker und Mineralogen je für sich betrachten, hat Dalman in Greifswald zu einem Universalbild zusammengefügt. Weltweit profitieren Wissenschaftler heute von dieser Sammlung. In Zusammenarbeit mit regionalen und überregionalen Fachleuten werden die Bestände des Dalman-Instituts fortlaufend digitalisiert. Aktuell sind rund 26.000 Einzelbilddateien – das entspricht rund 13.000 Datensätzen – online recherchierbar. Damit ist z. B. bereits gut die Hälfte der historischen Fotografien digital verfügbar. Bis heute wird die Dalman-Sammlung in Greifswald eng in die theologische Lehre eingebunden. Darüber hinaus stehen die Artefakte für Forscher zur Recherche zur Verfügung. Regelmäßig wird die Sammlung durch Veranstaltungen und Führungen für Interessierte geöffnet, durch institutseigene Ausstellungen, Publikationen und digitale Angebote auch überregional vermittelt.