Akademische Kunstsammlung

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Inventarnummer:KU000082
Objektbezeichnung:Gemälde
Titel:Herlitz, David
Sachgruppe:Bildwerke/Angewandte und Bildende Kunst, Glasmalerei - Gemälde, painting
Darstellung/Ikonografie:Maiglöckchen; Gelehrter
Technik:Malerei - Ölmalerei
Materialien:Leinwand
Maße:Bildmaße: H: 90 cm, B: 75 cm
dargestellte Personen:Herlitz, David (1557 - 1636)
Provenienz:Universität Greifswald. Kustodie d-nb.info/gnd/10197505-3
Beschriftungen:DAVID HERLICIUS, CIZENSIS, / Medic. Doct: et in Academia Grÿphiswald:/ per XIII. annos Mathematum Professor, / Astronomus, Historicus et Poëta sui sæculi celeberrimus, / nec non Medicinæ Practicus felicissimus, / natus die. 28. Dec. Ao: 1558, / Denatus Stargardiæ Pomeran. / die 15. August. Ao: 1636, / ætatis. LXXIX. (oben auf dem Gemälde); Hippocrates/ Vita Brevis Ars longa (gemalte Buchseite auf dem Gemälde)
Objektgeschichte:Standort unbekannt, bemerkt 19.01.2018; wurde vor 2017 ohne Vermerk in die Aula gehängt.; wurde vor 2017 mit einem industriell gefertigten Goldrahmen versehen.
Objektbeschreibung:Porträt, hinter Tisch positioniert, Vorhang schmückt Hintergrund. Schwarzer Talar, Halskrause, graues kurzes Haar und Bart. Rechte Hand auf offenen Buch liegend, linke Hand hält Maiglöckchen
Objekttexte:David Herlitz (*28.Dezember 1557, Zeitz, † 15. Augsut 1636, Stargard) war der Sohn des Ratsherrn Andreas Herlitz und der Susanna Hanemann. Er besuchte zuerst die Schule in Weyda (Vogtland), der Geburtsstadt seiner Mutter. Anschließend ging er an die Universität Wittenberg, um dort bei dem Mathematiker Casper Peucer, dem Schwiegersohn Melanchthons, zu hören, der aber 1574 als "Philipist" eingekerkert wurde, so dass Herlitz gezwungen war, die Universität zu wechseln. Er zog nach Leipzig, wo er bei Steinmetz studierte. Hier fand er, neben den alten Sprachen, erstmals Gefallen am Studium der Medizin und der Astronomie. In Leipzig, erwarb er auch den Magistergrad, und verdiente, nachdem sein Vater gestorben war, seinen Lebensunterhalt mit der Herausgabe jährlicher astrologischer Kalendarien. Ab 1580 besuchte er die Universität Rostock, wo er den Grad eines Magisters der Philosophie erwarb. Im gleichen Jahr wurde er von Herzog Ulrich von Mecklenburg als Conrektor an das Güstrower Gymnasium berufen. Nach zwei Jahren nahm er ein Stadtphysikat in Prenzlau an, wo er Regina Hunger heiratete. Von hier wechselte er 1583 als Stadtarzt nach Anklam. Dort veröffentlichte er 1584 sein „Calendarium & Prognosticon de Mutationibus aurae & tempestatum“, was ihn mit einem Schlag als Mediziner, Astrosoph und Mathematiker bekannt machte. Schon im folgenden Jahr berief ihn Herzog Ernst Ludwig auf die mathematische Professur der Universität Greifswald. Dieses Amt verwaltete er bis 1598. Er nutzte die Zeit, promovierte 1596 zum Doktor der Medizin und nahm, zwei Jahre später den Ruf auf ein Physikat in Stargard in Pommern an, wo er auch die Stadtapotheke übernahm. Während dieser Jahre arbeitete er weiter an seinen Kalendarien, deren Folgen inzwischen in etliche Sprachen übersetzt wurden. 1606/07 nahm er ein Physikat in Lübeck an. Hier starb seine erste Frau, worauf er Ursula Fuhrmann aus Stargard heiratete. In den folgenden Jahren widmete er sich ganz der Fertigstellung seiner begonnenen Bücher, stellte dazu sogar mehrere Schreiber an, musste aber schließlich mit ansehen, wie sein „Museum“ und die Bibliothek einem großen Brand zum Opfer fielen. Er zog sich 1615 von seinen öffentlichen Ämtern zurück und kehrte nach Stargard heim. 1635, bereits schwer erkrankt, musste er abermals erleben, wie ein Stadtbrand sein Haus und die Bibliothek mit allen Manuskripten zerstörte. Im Jahr darauf starb er, ohne sich wieder erholt zu haben. Herlitz war einer der vielseitigsten Gelehrten seiner Zeit in Pommern. Seine Veröffentlichungen umfassen außer der Jurisprudenz viele weitere Wissenschaftsdisziplinen. Er gab Erläuterungen zu Ovid’s Metamorphosen heraus, schrieb eine Geschichte der Akademien und eine Anleitung zu geographischen Wissenschaften, sowie zwei Lehrbücher über Ethik und Poetik. Nachhaltig bekannt wurde er als Astrologe. Nach der Sitte der Zeit betrieb er die Astronomie in Verbindung mit der Astrologie. Seine Schriften erregten auch die Aufmerksamkeit Wallensteins, der 1628 seinen in Pommern kommandierenden Obersten von Arnim aufforderte, durch Herlitz das Horoskop seines Kriegsgegners, des schwedischen Königs Gustav II. Adolf, aufzeichnen zu lassen.
Literatur:„Greifswalder Köpfe : Gelehrtenporträts und Lebensbilder des 16. - 18. Jahrhunderts aus der pommerschen Landesuniversität“. Hinstorff, Rostock, 2006., S. 104-105
Kontakt:Kustodie der Universität Greifswald
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