Medizinhistorische Sammlung

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Inventarnummer:MHS 0004
Objektbezeichnung:Eiserne Lunge
Schlagwörter:Beatmung; Poliomyelitis; Kinderlähmung
Hersteller:VEB Medizintechnik Leipzig
Maße:H: 130 cm, B: 230 cm, T: 83 cm
Objektbeschreibung:Beatmungsgerät; künstliche Beatmung durch Wechsel von Über- und Unterdruck Das Gerät schließt am Hals des Patienten luftdicht ab. Durch den dadurch erzeugten Unterdruck wird durch Nase und Mund des Patienten Luft in die Lunge eingesaugt. Die Ausatmung geschieht durch den Aufbau eines Überdrucks, der die Luft aus der Lunge des Patienten presst.
Objektgeschichte:Ab 1953 produzierte der VEB Medizintechnik Leipzig die Eiserne Lunge in Serie. Das Greifswalder Modell kam auf der Infektionsstation der Klinik für Innere Medizin bis 1958 zum Einsatz. Die Eiserne Lunge ermöglichte die künstliche Beatmung durch Über- und Unterdruck für Patienten mit einer Lähmung der Atemmuskulatur. Dabei wird der Patient liegend und luftdicht in der Eisernen Lunge "eingeschlossen", wobei nur der Kopf rausschaut. Über einen am Kopfteil angebrachten Spiegel konnten die Patienten den Raum überblicken und kommunizieren. Die Pflege des Patienten war über seitliche Klappen nur erschwert möglich. Einer der letzten beatmeten Patienten in Greifswald war der Assistenzarzt Hans Tischmann, der sich bei einem Patienten mit Poliomyelitis infiziert hatte und innerhalb weniger Tage verstarb.
Lizensierung:CC BY-NC-ND 4.0 Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitung
Kontakt:Kustodie der Universität Greifswald
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