Akademische Kunstsammlung

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Inventarnummer:KU000088
Objektbezeichnung:Gemälde
Titel:Henning, Jakob
Sachgruppe:Bildwerke/Angewandte und Bildende Kunst, Glasmalerei - Gemälde, painting
Darstellung/Ikonografie:Mensch - Porträt - halbfiguriges Porträt; Halskrause; Perücke
Künstler*in:Pieron, Johann
Technik:Malerei - Ölmalerei
Materialien:Leinwand
Maße:Bildmaße: H: 90 cm, B: 74 cm
dargestellte Personen:Henning, Jacob (1633 - 1704)
Provenienz:Universität Greifswald. Kustodie d-nb.info/gnd/10197505-3
Beschriftungen:JACOBUS. HENNINGIUS. / S. S. THEOLOGIÆ. D. et PROF. ORDIN: / R Consist. ASSESS: et PAST. JACOBÆUS./ N. 1633. d 26 Maÿ. 1704 d 28 Sept. (auf dem Gemälde oben)
Datierung1737, 1737 (ca.)
Objektbeschreibung:Halbfiguriges Porträt, schwarzer Talar, Halskrause, schwarze Alongeperücke und Oberlippenbart, Buch haltend
Objekttexte:Jakob Henning (*26. Mai 1633, Greifswald, † 28. September 1704, Greifswald), Sohn des Kaufmanns unter Altermanns Jacob Henning und der Catharina Utessen, besuchte zuerst die Greifswalder Stadtschule unter Spradler und Jacob Balthasar und begab sich als 18järiger auf das Stettiner Pädagogium, wo er u.a. von Johann Micraelius unterwiesen wurde. 1653 wurde er an der Universität Wittenberg zum Studium der Theologie eingeschrieben und studierte bei Abraham Calov, Johann Meisner, Andreas Kunad und Johann Scharf. Schon 1654musste er nach Hause zurückkehren, hielt sich aber zuvor noch einige Monate in Frankfurt/Oder auf, um die reformierte Lehre kennenzulernen. Nach dem Tode seines Vaters war er gezwungen, sein Studium in Greifswald zu Ende zu führen und hörte hier bei Johann Friedrich König und David Lagus. 1659 wurde er Hofmeister der Söhne des Stettiner Kriegsrats Johannes von Sparfeld und begleitete seine Zöglinge 1663 auf die Universität Tübingen. Hier hörte er anderthalb Jahre bei Tobias Wagner, Balthasar Raith, Johann Adam Osiander und Christoph Wölfflin. Anschließend zog er nach Straßburg, wo Johann Conrad Dannhauer, Sebastian Schmid und Balthasar Bebel zu seinen Lehrern gehörten. 1665 begleitete er seine Schüler auf eine Bildungsreise, die von Straßburg nach Italien und Frankreich führte. Während der Reise verbrachte er fast ein Jahr in Paris und kehrte erst 1667 nach Stettin zurück. 1668 wurde er zu einer Greifswalder Professur der praktischen Philosophie vorgeschlagen und trat dieselbe 1669 an. Schon im Jahr darauf wurde er im Auftrag der Universität an den königlichen Hof in Stockholm gesandt, um über die Besoldung der Professoren, die Entschuldung des Amtes Eldena, die Ausstattung der Bibliothek und ähnliches zu verhandeln. Dabei setzte er auch durch, das alle diejenigen, die in den Herzogtümern Pommern oder Bremen in öffentliche Ämter befördert werden wollten, mindestens zwei Jahre in Greifswald studiert haben müssten. 1674 reiste er abermals in Angelegenheiten der Universität an den königlichen Hof in Schonen. Zwei Jahre darauf erhielt er die außerordentliche Professur der Theologie und nach dem Tode Albrecht Vogts, 1678, das Pastorat an St. Jacobi und die ordentliche theologischen Professur. Den theologischen Doktorgrad erwarb er 1679 und erhielt im folgenden Jahr auch ein Assessorat am Konsistorium. 1686 trug man ihm die ordentliche theologische Professur in Rostock, nebst Assesorat am Konsistorium und die Superintendentur an, die er jedoch ausschlug. 1691 heiratete er Margarete Caden, die Witwe des Wusterhusener Pastors Georg Gerdes, die schon 1702 starb. Im gleichen Jahr bot man ihm die erste theologischen Professur der neuen Universität Dorpat an, 1693auch die Mecklenburg-Güstrowsche Hofpredigerstelle, doch Henning lehnte beides ab. 1699 erlitt er einen Schlaganfall, der ihn fast völlig lähmte und einen anhaltenden Gedächtnisverlust herbeiführte. Nach Konrad Tiburtius Rangos Tod 1701 nahm er die Vize-Generalsuperintendentur an, legte die Ausführung seiner Kirchenämter aber in den folgenden Jahren in andere Hände und starb schließlich 1704 an den Folgen eines erneuten Schlaganfalls.
Literatur:„Greifswalder Köpfe : Gelehrtenporträts und Lebensbilder des 16. - 18. Jahrhunderts aus der pommerschen Landesuniversität“. Hinstorff, Rostock, 2006., S. 100-101
Kontakt:Kustodie der Universität Greifswald
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