Akademische Kunstsammlung

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Inventarnummer:KU000006
Objektbezeichnung:Tapisserie
Titel:Croy-Teppich
weitere Objektbezeichnung:Croÿ-Teppich; Tapetum Concordiae
Sachgruppe:Bildwerke/Angewandte und Bildende Kunst, Glasmalerei - Wandteppich
Darstellung/Ikonografie:Mensch - Porträt - Gruppenporträt; Gesellschaft/Zivilisation/Kultur - Familie/Abstammung - Familie, Verwandtschaft, Abstammung - Familienverwandtschaften/Generationen; Gesellschaft/Zivilisation/Kultur - Familie/Abstammung - Verlobung und Hochzeit; Geschichte der Reformation in den Territorien und Städten (s.a. BO 5240 ff und 5370 ff); Gekreuzigter (Kruzifix); Ernestinische Kurfürsten (1486 - 1554); Pommern; Predigt; Kanzel; Wappen; Protestantismus; Moses (nicht im biblischen Kontext); mögliche Attribute: Lichtstrahlen oder Hörner auf seinem Kopf, Stab, Gesetzestafeln
Künstler*in:Heymans, Peter
Künstler*innensignatur:PH
Orte:Europa - Polen - Woiwodschaft Westpommern - Stettin (Herstellungsort)
Technik:Textiltechnik - gewirkt; Textiltechnik - gewebt
Materialien:Baumwolle; Seide; Leinen; Gold; Silber
Stil/Epoche:Europäische Stile und Perioden - Renaissance; Reformation
Maße:H: 446 cm, B: 690 cm, Gewicht: 80000 g
dargestellte Personen:Friedrich III., Sachsen, Kurfürst (1463 - 1525); Johann, Sachsen, Kurfürst (1468 - 1532); Johann Ernst, Sachsen-Coburg, Herzog (1521 - 1553); Sibylle, Sachsen, Kurfürstin (1512 - 1554); Johann Friedrich II., Sachsen, Herzog (1529 - 1595); Melanchthon, Philipp (1497 - 1560); Luther, Martin (1483 - 1546); Georg I., Pommern, Herzog (1493 - 1531); Barnim IX., Pommern, Herzog (1501 - 1573); Bugenhagen, Johannes (1485 - 1558); Philipp I., Pommern-Wolgast, Herzog (1515 - 1560); Amalie, Pommern-Wolgast, Herzogin (1490 - 1524); Anna, Pommern-Stettin, Herzogin (1502 - 1568); Johann Friedrich, Pommern-Stettin, Herzog (1542 - 1600); Bogislaw XIII., Pommern, Herzog (1544 - 1606); Ernst Ludwig, Pommern-Wolgast, Herzog (1545 - 1592); Barnim X., Pommern, Herzog (1549 - 1603)
Provenienz:Universität Greifswald. Kustodie d-nb.info/gnd/10197505-3
Datierung1554
Objektgeschichte:National wertvolles Kulturgut Deutschlands seit 2014; 1956 Rückkehr nach kriegsbedingter Aulagerung in Westdeutschland; 1681 Vermächtnis Ernst Bogislavs v. Croy an die Universität
Objektbeschreibung:Monumentaler Bildteppich mit einer Rahmung aus Blumengirlanden und Schriftfeldern, in der unteren Hälfte stehende Personen aus v. a. den sächsisch-kurfürstlichen und pommersch-herzoglichen Häusern in höfischen Gewändern der Renaissance, zentral darüber der predigende Martin Luther auf der Kirchenkanzel, beidseitig davon reich verzierte Wappen- und Textfelder, links ein Kruzifix.
Objekttexte:Der Croÿ-Teppich zählt zu den national bedeutsamen Kulturgütern der Bundesrepublik sowie des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Der 31 m2 große Monumentalteppich aus der Zeit der Renaissance ist „das bedeutendste Denkmal des protestantischen Fürstentums in der deutschen Bildwirkerei" (Dora Heinze: Europäische Wandteppiche. Braunschweig 1963). Die Tapisserie stellt heute, nach dem kriegsbedingten Verlust des „Pommerschen Kunstschrankes" im II. Weltkrieg, die künstlerisch bedeutsamste Hinterlassenschaft aus dem pommerschen Herzoghaus dar. Das auf die Cranach-Werkstatt zurückgehende Bildkonzept der Wirkarbeit zeigt die Einführung und Verherrlichung der Reformation als landesherrliche Institution. Die 23 in Lebensgröße dargestellten Personen zeigen kursächsische und pommersche Fürsten sowie Martin Luther, Philipp Melanchthon und Johannes Bugenhagen. Das Kunstwerk wurde von Peter Heymans in Stettin nach Portraitvorlagen von Lucas Cranach d. Ä. und Albrecht Dürer u.a. angefertigt. Der prachtvolle Wandteppich entstand im Auftrage des Herzogs Philipp des I. von Pommern-Wolgast und war für sein Herzogsschloss in Wolgast bestimmt. In dessen Nachlassinventar vom 25. Februar 1560 ist die Tapisserie unter dem Titel die „Taufe Christi mit den Sechsichen und Pommerischen Herrn auch der gelarten Konterfey, zu Stettin gemacht" aufgeführt.
Literatur:H. Reinitzer, „Politik und Theologie : das Bildprogramm auf dem Teppich von Peter Heymans im Pommerschen Landesmuseum in Greifswald ; Vortrag, gehalten am 15. Juni 2012 in Greifswald“. [Greifswald], 2012.; H. -D. Schroeder, „Der Croy-Teppich der Universität Greifswald und seine Geschichte“. Ernst-Moritz-Arndt-Univ., Greifswald, 2000.; P. von der Osten-Sacken, „Die Gesetzestafeln auf dem Croy-Teppich in Greifswald : ein Beitrag zur Geschichte der Ikonographie der Zehn Gebote“. Winter, Heidelberg, 2004.; D. Buchhester, „Die Familie der Fürstin : die herzoglichen Häuser der Pommern und Sachsen im 16. Jahrhundert : Erziehung, Bücher, Briefe. Medieval to early modern culture ; Band 15“. Peter Lang Edition, Frankfurt am Main, 2015.; „Religiöse Erinnerungsorte in Ostmitteleuropa : Konstitution und Konkurrenz im nationen- und epochenübergreifenden Zugriff“. Akademie-Verlag, Berlin, 2013.; B. Dahlenburg, „Der Croy-Teppich an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald“. Wolgast, S. 39-46, 2007.; B. Frenssen, „Croy-Teppich : Gewirkte pommersche Geschichte“, Bd. 5, Nr. 3. Nordlicht-Verl, Karlshagen, S. 32, 2004.; G. Richardt, „Anbetung eines Teppichs : .. aller zehn Jahre erfreuen sich Universitätsangehörige und Bürger der Stadt am Croy-Teppich“. Ostsee-Zeitung GmbH &Co OHG, Rostock, S. 2, 2010.; H. Deya, „Ehrungen für die letzten Greifen : Teil 6: Croy-Feiern und Croy-Teppich. 550 Jahre Universität Greifswald“. Schwerin, S. 27, 2006.; H. -J. Schumacher, „"Croy-Teppich" : höchste kulturhistorische Bedeutsamkeitl ; über die Arbeit der Kustodie der Universität Greifswald“, Bd. 22, Nr. 10. MV-Verl, Greifswald, S. 20-21, 2014.; M. Meyer, „Reformation und Romantik : mit drei Ausstellungen blickt das Pommersche Landesmuseum 2017 auf Luther, den Croy-Teppich und einen japanischen Zeitenwanderer“. Ostsee-Zeitung, Rostock, S. 1, 2016.; M. Müller, „Sieger unter dem Kreuz : der Croy-Teppich als Sühnebild des pommerschen Herzogs Philipp I. Unter fürstlichem Regiment“. Lukas Verl., Berlin, S. 216-221, 2005.; M. Rathke, „Pommern-Saurier und Croy-Teppich : Pommersches Lamdesmuseum vor Neueröffnung ; 20 Millionen Euro bereits investiert“, Bd. 53, Nr. 115. Zeitungsverl. Neueste Nachrichten, Rostock, S. 5, 2005.; Olm, „"Croy-Teppich" sollte Bekenntnis sein : Beiträge zur Stadtgeschichte in Zusammenarbeit mit dem Museum“, Bd. 17, Nr. 13. Kurier-Verl, Neubrandenburg, S. 3, 2007.; V. Stübs, „Croy-Teppich wird im Croy-Saal zu bewundern sein : im Pommerschen Landesmuseum wird momentan die Ausstellung konzipiert“, Bd. 52, Nr. 7. Pommerscher Zentralverband e.V, Lübeck-Travemünde, S. 2, 2002.; B. Dahlenburg und Sauer, R., „Der Croy-Teppich der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald - national wertvolles Kulturgut Deutschlands“, Pommern, Bd. 52, Nr. 3. Pommerscher Greif e.V, Greifswald, S. 42-47, 2014.; C. Senkbeil, „Die Hochzeit von Philipp und Maria : Zeugnis der Reformation ; der Croy-Teppich erinnert an die Verbindung zwischen Sachsen und Pommern“, Mecklenburgische & Pommersche Kirchenzeitung, Bd. 69, Nr. 43. Ev. Presseverband Norddeutschland GmbH, Schwerin, S. 7, 2014.; D. Göllner, „Der Croy-Teppich hat endlich ein würdiges Domizil : Das neue Pommersche Landesmuseum in Greifswald“, Kultur-Report, Nr. 43/44. Stiftung Mitteldt. Kulturrat, Bonn, S. 19, 2005.; M. Rathke, „Pommern-Saurier und Croy-Teppich : Pommersches Landesmuseum vor Neueröffnung ; 20 Millionen Euro bereits investiert“, Schweriner Volkszeitung, Bd. 60, Nr. 115. Landesverl. u. Dr.-Ges. Mecklenburg, Schwerin, S. 5, 2005.; „Peterfitz-Goldring und Croy-Teppich : das Pommersche Landesmuseum soll Kulturbrücke nach Hinterpommern und Schweden sein“, Bd. 47, Nr. 7-8. cw Obotritendruck GmbH, Schwerin, S. 14-15, 2005.; E. Bernheim, „Das Testament des Herzogs Ernst Bogislaw von Croy vom 3. Juni 1681“. Abel, Greifswald, 1910.; J. Lessing, „Der Croy-Teppich im Besitz der Königlichen Universität Greifswald“, Jahrbuch der Preußischen Kunstsammlungen, Bd. 13. Grote, Berlin, S. 146-160, 1892.
Kontakt:Kustodie der Universität Greifswald
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