Akademische Kunstsammlung

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Inventarnummer:KU000036
Objektbezeichnung:Gemälde
Titel:Matthies, Conrad Stephan
Sachgruppe:Bildwerke/Angewandte und Bildende Kunst, Glasmalerei - Gemälde, painting
Darstellung/Ikonografie:Mensch - Porträt
Künstler*in:Titel, Wilhelm (1784-1862)
Orte:Europa - Deutschland - Mecklenburg-Vorpommern - Landkreis Vorpommern-Greifswald - Greifswald (Entstehungsort)
Technik:Malerei - Ölmalerei
Materialien:Leinwand
Maße:H: 66 cm, B: 53 cm
dargestellte Personen:Matthies, Konrad Stephan (1807 - 1856)
Provenienz:Universität Greifswald. Kustodie d-nb.info/gnd/10197505-3
Beschriftungen:G. St. Matthies. / Theol. Dr. Philos. P. O. / 1845 (Plakette auf dem Rahmen oben)
Datierung1845
Objektgeschichte:1991 Gemäldediebstahl; 2006 Anfertigung neue Inschriftentafel durch Sigmund Lorenz, Spezialrestaurator/Rahmenbauer; 2015 Restaurierung Rahmen durch Anja Bujak Finanzierung durch Spende der Familie Quistorp in Höhe von 1.000 € (Erhalt 17.05.2011) sowie Haushaltsmittel der Univerisität Greifswald.
Objektbeschreibung:Das Porträt von C. St. Matthies wurde 1845 durch den akademischen Zeichenmeister Wilhelm Titel (1784 – 1862) gefertigt und gehört zu der Spezialsammlung von 32 Professoren- und Rektorenbildnisse aus der Zeit von 1831 bis 1850. Alle Bildnisse sind in Öl auf Leinwand mit den Abmaßen von 66cm mal 53cm als einheitliche Galerie konzipiert worden. Der Gelehrte C. St. Matthies hat sich als Brustbild im schwarzen, schlichten Anzug mit Doppelknopfleiste und einem schwarzen Halstuch, über dem der Kragen des weißen Hemdes hervorschaut, darstellen lassen. Die eingesteckte, rechte Hand auf Höhe des Herzens steht hierbei als Symbol für einen maßvollen, ehrbaren Mann, der die rhetorische Macht eher an das Wort delegiert, als in überschwängliche Gestik. Sein offener und klarer Blick richtet sich direkt an den Betrachter.
Objekttexte:Der Konzilsaal gehört neben der Aula (ehemalige barocke Saalbibliothek) zu den beiden denkmalgeschützten Innenräumen im spätbarocken Universitätshauptgebäude. Der Konzilsaal ist in der Denkmalliste der Stadt Greifswald sowie von Mecklenburg-Vorpommern eingetragen. Kunsthistorisch besonders wertvoll ist eine Portraitsammlung von Greifswalder Rektoren und Dekanen aus der Zeit der Spätromantik. Als einstiger Versammlungsort des höchsten akademischen Gremiums der Universität Greifswald - des Konzils - dokumentiert dieser Raum seit fast 200 Jahren Greifswalder Universitätsgeschichte und Hochschulautonomie. Nach der Restaurierung des Universitätshauptgebäudes im Jahr 2006 verfügt heute nur noch der Konzilsaal als einziger Innenraum über historisches Mobiliar aus der Zeit des preußischen Kaiserreichs. 1834 erfolgte durch die Deckengestaltung im pompejanischen Stil eine künstlerische Aufwertung. In den Jahren 1831 bis 1850 portraitierte der akademische Zeichenmeister Wilhelm Titel (1784-1862), eine Zeitgenosse von Caspar David Friedrich, alle Rektoren und Dekane im Auftrage der Universität. Die Greifswalder Universitätsleitung ließ diese Ölbildnisse im Konzilsaal ausstellen. Die in der deutschen Kunst berühmte Galerie der 32 Rektoren- und Dekansbildnisse befindet sich bis heute an seinem ursprünglichen Ort im Konzilsaal. Sie wurden 1990 bei einem Diebstahl kurzzeitig entwendet. Nach Wiederauffindung der beschädigten Gemälde erfolgten durch die Kustodie finanziell aufwendige Restaurierungsmaßnahmen an den Gemälden.; Die Rektoren- und Dekansgalerie im Konzilsaal ist wieder vollständig Seit November befindet sich das Portrait von Conrad Stephan Matthies (1807 – 1856) nach Restaurierungsmaßnahmen wieder an seinem Standort in der Professorengalerie im Universitätshauptgebäude. C. St. Matthies 1807 in Hildesheim geboren, studierte Theologie in Göttingen und Berlin. Er war Hegelianer und avancierte September 1832 zum Extraordinarius und bald darauf zum Leiter der exegetischen bzw. der historischen Abteilung des Theologischen Seminars der Universität Greifswald. Doch trotz seiner gut besuchten Vorlesungen, der Bewunderung für seine geistvollen Vorträge und eifrigen Beteiligung an der „Zeitschrift für spekulative Theologie“ erhielt er keine Beförderung. Der Universalgelehrte wechselte 1844 als ordentlicher Philosophieprofessor an die benachbarte Fakultät der Geisteswissenschaften. An der Frankfurter Nationalversammlung beteiligte sich Matthies als wortführender Gelehrte besonders in der liberalen Mitte. Vier Jahre vor seinem frühen Tod erhielt er 1852 das Amt des Universitätsrektors in Greifswald. Das Porträt von C. St. Matthies wurde 1845 durch den akademischen Zeichenmeister Wilhelm Titel (1784 – 1862) gefertigt und gehört zu der Spezialsammlung von 32 Rektoren- und Dekansbildnisse aus der Zeit von 1831 bis 1850. Alle Bildnisse sind in Öl auf Leinwand mit den Abmaßen von 66cm mal 53cm als einheitliche Galerie konzipiert worden. Der Gelehrte C. St. Matthies hat sich als Brustbild im schwarzen, schlichten Biedermeiergehrock mit Doppelknopfleiste und einem schwarzen Seidenhalstuch, über dem der Kragen des weißen Hemdes hervorschaut, darstellen lassen. Die eingesteckte, rechte Hand auf Höhe des Herzens steht hierbei als Symbol für einen maßvollen, ehrbaren Mann, der die rhetorische Macht eher an das Wort delegiert, als in überschwängliche Gestik. Sein offener und klarer Blick richtet sich direkt an den Betrachter. Die 170 Jahre und insbesondere der Gemäldediebstahl im Jahr 1990 haben Spuren an dem Stuckrahmen und der Inschriftentafel des Porträts hinterlassen. Erfreulicherweise konnten die beschädigte Tafel und der Rahmen durch zwei Restaurierungsmaßnahmen wieder in Stand gesetzt werden. Die erste Maßnahme erfolgte bereits 2006. Der Spezialrestaurator und Rahmenbauer Siegmund Lorenz fertigte eine neue Inschriftentafel für das Professorenporträt an. Die zweite Restaurierungsmaßnahme konnte im Juni 2015 durch die Dipl. Restauratorin Anja Bujak fertig gestellt werden. Frau Bujak ergänzte Fehlstellen der Stuckzierleiste und retuschierte sichtbare Fehlbereiche in den Farbschichten des Rahmens. Neben dem Dank an die beiden Restauratoren und dem Körperschaftshaushalt der Universität Greifswald gilt ein besonderer Dank Karl-Johann Peter von Quistorp und seiner Familie, die durch ihre Spende die Finanzierung der Restaurierungsmaßnahmen an dem Professorenporträt ermöglichten. Seine Frau, Sigrun von Quistorp, geborene Matthies ist eine Nachfahrin des Gelehrten C. St. Matthies. Rita Sauer, M.A. Literatur: Alvermann, Dirk und Spiess, Karl-Heinz: Universität und Gesellschaft. Festschrift zur 550-Jahrfeier der Universität Greifswald, Band 1: Die Geschichte der Fakultäten im 19. und 20. Jahrhundert, Rostock 2006, S. 28-29. Rechercheportal zu den wissenschaftlichen Sammlungen der Universität Greifswald: http://www.wissenschaftliche-sammlungen.uni-greifswald.de/Objekt/200.6889540/lido/KU000036
Literatur:O. Schmitt, „Wilhelm Titels Bildnisse Greifswalder Professoren : zum 475jährigen Jubiläum der Universität Greifswald. Bildnisse Greifswalder Professoren“. Verl. d. Ratsbuchh., Greifswald, 1931.
Kontakt:Kustodie der Universität Greifswald
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