Akademische Kunstsammlung

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Inventarnummer:KU000443
Objektbezeichnung:Handzeichnung
alte Inventarnummer:LXI
Titel:männlicher Akt 15, auf dem Rücken liegend mit angewinkeltem linken Bein und Arm sowie ausgestrecktem rechten Bein und Arm
weitere Objektbezeichnung:Männlicher Akt, auf dem Rücken liegend
Sachgruppe:Bildwerke/Angewandte und Bildende Kunst, Glasmalerei - Zeichnung/Grafik
Darstellung/Ikonografie:männlich; Mensch - menschl. Körper/Figur/Akt - Akt
Künstler*in:Titel, Wilhelm (1784 - 1862)
Orte:Europa - Italien - Toskana - Metropolitanstadt Florenz - Florenz (Entstehungsort)
Technik:Zeichnung - Kreide
Materialien:Papier
Maße:H: 42 cm, B: 57,1 cm, B: 56,6 cm
Provenienz:Universität Greifswald. Kustodie d-nb.info/gnd/10197505-3
Beschriftungen:47 (auf dem Bild unten rechts)
Datierung1808 - 1816
Objektbeschreibung:männlicher Akt, auf dem Rücken liegend mit angewinkeltem linken Bein und Arm sowie ausgestrecktem rechten Bein und Arm
Objekttexte:Nachdem Wilhelm Titel der Universität Greifswald bereits am 8. Februar 1847 "etliche sechzig" der in Italien angefertigten Zeichnungen vermacht hatte, ließ er diese Sammlung gut viereinhalb Jahre später, am 16. August 1851, um weitere Arbeiten anwachsen. Nach eigener Aussage Titels handelte es sich dabei um "etliche Akademiaen, oder nach der Natur gezeichnete nackte menschliche Figuren, deren Zahl sich etwa auf 17 belaufen könnte" (UAG, Altes Rektorat, R 180, fol. 62). Höchstwahrscheinlich sind alle der nachfolgend in Kat.-Nr. XLVII bis Kat.-Nr. LXII aufgeführten Arbeiten an der Florentiner Kunstakademie unter der Anleitung des dortigen Direktors Pietro Benvenuti (1794-1844) entstanden. Das Aktzeichnen gehörte seit jeher zum allgemeinen Lehrkanon der Kunstakademien. Damit sollten den Schüler[n] zunächst vor allem der menschliche Körperbau und seine anatomischen Besonderheiten nahegebracht werden. Später kamen dann auch noch das Studium von Bewegungen und den sich daraus ergebenden verschiedenartigen Verkürzungen sowie das Zeichnen von angespannter und gelockerter Muskulatur hinzu. Hierzu bediente man sich eines lebenden Modells, das unterschiedliche statische Positionen einzunehmen hatte, zu deren Realisierung meist Sitzblöcke (wie etwa bei den Katalog-Nummern XLVII, XLIX, LV,LVII und LIX), Stöcke (siehe hierzu die Katalog-Nummern XLVIII, LII, LIII, und LXII), und andere Stützen (vgl. hierzu beispielsweise Kat.-Nr. L) als Hilfsmittel herangezogen wurden. Alle oben genannten Aufgabenbereiche des Aktstudiums lassen sich auch unter den Arbeiten Titels wiederfinden, die uns seine zeichnerische Begabung besonders deutlich vor Augen führen. Alle ihm vorgegebenen Aktpositionen versucht er äußerst detailgetreu nachzuempfinden. Bei fast allen Studien steht der Körper im Vordergrund des Interesses. Angaben zum umgebenden Raum des Akts bleiben in den meisten fällen unbestimmt, lediglich in den Blättern LVII und LXI hat Titel eine fiktive Felslandschaft angedeutet. Durch Schraffierungen und Höhungen modelliert er die vorherrschenden unterschiedlichen Lichtverteilungen präzise heraus. In ihrer Auffassung und Qualität weisen die Zeichnungen damit eine eine große Ähnlichkeit zu vergleichbaren Werken anderer Künstler seiner Zeit auf, wie sie beispielsweise Friedrich Johann Overbeck (1789-1869), Franz Pforr (1788-1812) und Julius Schnorr von Carolsfeld (1794-1872) hervorgebracht haben. (Magisterarbeit von Kohls, Stephan 2007. Katalogband S. 42-43)
Literatur:„Italiensehnsucht : die Studiensammlung von Wilhelm Titel (1784 - 1862) an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald“. Hoffmann-Dr., Greifswald, 2009.; S. Kohls, „Die Studiensammlung des akademischen Zeichenlehrers Wilhelm Titel : zur Geschichte der Handzeichnungen aus dem Besitz der Universität Greifswald“, Pommern, Bd. 46, Nr. 1. Pommerscher Greif e.V, Greifswald, S. 30-35, 2008.
Kontakt:Kustodie der Universität Greifswald
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